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27.5.09

Amazon erschließt Kinder als Zielgruppe mit neuem Paymentsystem

Eine große Zielgruppe - Kids - sind aktuell noch nicht (oder nur schwer) in der Lage, online zu shoppen. Das Taschengeld ist zwar da, aber wie kann ich im Netz bezahlen, wenn die gängigen Paymentsysteme wie Kreditkarte, Paypal und Co nur Erwachsenen zur Verfügung stehen?


BillmyParents.com will hier Abhilfe schaffen. Das virtuelle Paymentverfahren ist einfach gestrickt.

billmyparents - payment for kids

1.) Teilnehmende Shops bieten das Zahlungssystem für Kinder an.
2.) Nach getätigtem Einkauf des Nachwuchses bekommen die Eltern eine Info und geben den Betrag frei (oder auch nicht).
3.) Der Betrag wird der elterlichen Kreditkarte belastet
4.) Fertig

Wenn man mal von moralischen Grundsätzen absieht und das rein mit der Marketingbrille betrachtet, hat man sehr schnell eine neue große (kaufkräftige) Zielgruppe. Die gab es vorher auch schon, nur ist nun die Usability für die Kids viel einfacher.

Ähnliche Möglichkeiten bieten bislang nur Prepayment Konzepte wie die Wirecard (Prepayment Kreditkarte) oder andere aufladbare Zahlkarten.

amazon BillmyParents

Aktuell kann man "nur" das Amazon Angebot zum Shoppen mit BillmyParents nutzen. Weitere Gamingplattformen und Shops sollen folgen.

26.5.09

KarmaKonsum Konferenz - LOHAS als Trendthema

Das Thema Nachhaltigkeit ist ja schon länger mehr als ein Trendthema im Netz. Portale wie UTOPIA, Bransparent oder die Produktsuche für ökologische Produkte A-LOHA LOHAS, bieten dem geneigten "Nachhaltigkeitsfan" die Möglichkeit bewusster einzukaufen.

karmakonsum Konferenz

In Frankfurt am Main findet in diesem Kontext am 19.Juni die KarmaKonsum Konferenz statt - zum dritten mal in Folge.

"Die neuen Ökos revolutionieren den Markt
Die treibende Kraft in diesem Kontext ist eine neue Gesellschaftsgruppe, die gegenüber konventionellem Marketing kritisch eingestellt ist. Diese soziokulturelle Bewegung, mit dem Akronym LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability), ist derzeit noch eine Speerspitze von Meinungsführern, aber ihr Potenzial zum Mainstream ist riesig..."


Themen sind z.B.:

- Social Business - Neue Geschäftsmodelle für das 21. Jahrhundert
- LOHAS – Von der Avantgarde zum Mainstream
- Müsli 2.0 - Innovative Geschäftsmodelle durch onlinebasierte Mass Customization

Weitere Programm Details gibts auf KarmaKonsum.de.

Am 20.Juni findet dann ein Barcamp zu LOHAS Themen statt - das KarmaKonsum Greencamp. Es richtet sich an LOHAS Start-Up-Unternehmer, mögliche Kooperationspartner, Blogger und alle Öko-Lifestyle Interessierten.

Spannendes Thema, dem in den nächsten Jahren wohl noch deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Und nicht nur aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, sondern auch aus Marketingsicht.

p.s. Eine sehr übersichtliche Liste mit Ökofashion Shops findet sich im Blog von Sebastian Backhaus.

7.5.09

next09 - viel zu zahm und soft!

Die von Sinner Schrader organisierte Digitale Medien Konferenz next09 ist - um mit den positiven Aspekten zu beginnen - inzwischen eine echte Großveranstaltung. 

Viele spannende und interessante Leute aus aller Welt kamen für 2 Tage in den Norden Deutschlands.
Perfektes Networking war also garantiert.

Die Konferenz war für mich jedoch recht zwiegespalten. Gerade die großen amerikanischen Redner haben meine Erwartung in Summe - es gab Ausnahmen wie Jeff Jarvis - nicht erfüllen können. 

Nicht immer ist eine optisch gut gemachte Keynote Präsentation der Garant für einen guten Vortrag. Wir haben in Deutschland ebenfalls Leute wie z.B. Martin Oetting von trnd und Sascha Lobo, die sowohl inhaltlich, als auch vom Entertainment Charakter den Amis das Wasser reichen können.

Deshalb mein Wunsch fürs nächste Jahr - gebt den guten deutschen Online Leuten die große Plattform und "sperrt" sie nicht in die kleinen verwinkelten Räume.

Das Thema Location und Aufteilung, ist für eine Konferenz ja immer ein wichtiges Kriterium. Leider hat mich der Kampnagel, was diesen Aspekt anbetrifft, eher enttäuscht.
Viele spannende Themen waren einfach zu versteckt - Beispiel Startup Lounge - um wirklich für alle sichtar zu sein.

Zu oft fanden die interessantesten Tracks in den kleinen und sehr vollen Räumen statt. Zu wenige gute Vorträge wurden in den großen Saal "gelassen". 

Stattdessen präsentierte uns dort T-Mobile zum angeblichen Trendthema "Mobile Trends", eine schlechte Verkaufsshow inkl. dem Lacher der Veranstalltung. Auf die Frage, warum VoIP - Skype und Co. - bei T-Mobile geblockt sind, kam die Antwort: "Wir können nicht die gleiche Sprachqualität garantieren." Nette politisch korekte Antwort.

Warum nicht mal über den Sinn der bestehenden Businessmodelle derMobilfunkriesen diskutieren. Wenn dann - dann hier! Auch die Gleichstellung von iPhone, Android vs. Web´n Walk ist eher ein Witz . Aber das mag auch schon wieder sehr subjektiv sein.

Gut und objektiv - zum Glück auf der großen Bühne - Nicole Simon zu Twitter und dem Einsatz für Business. Solche handwerklich guten Vorträge waren leider zu selten auf der next09. Auch fand ich die ganze Veranstaltung dieses Jahr sehr zahm. 

Schmuserunde auf der next09
("Schmuserunde" der Network CEOs auf der next09 - mehr off. Bilder hier)

Schön mal den Chefs der großen Networks wie Xing, Linkedin und studiVZ auf der Bühne zu sehen. Aber doch nach 5 Minuten langweilig, wenn sich alle "lieb haben" und der Moderator mehr damit beschäftig ist, auch sein Produkt sevenload ein paar mal "nebenbei" zu erwähnen.

Gebt solche Runden den Provokateuren wie Sascha Lobo. Der rief in seiner Session zum Thema Viral Marketing - offline vs. online - zu bewussten Meinungsäußerungen auf. Bitte eher kritischer als sanft. Den Stil brauchen wir viel öfter auf der next!

Als Fazit zur next09: Viele Leute, gutes Networking, wenig spannende neue Themen. Und viel, viel zu soft!

Auf eine bessere next10 im nächsten Jahr in der coolen Speicherlocation vom Vorjahr!

p.s. Danke für die vielen Kommentare zu meinem Twitter von der next09. Hat super viel Spaß gemacht. Werde die nächsten Tage mal versuchen alle @Replies zu beantworten :)

p.s.2: Warum war die Twitterwall nur manchmal zu sehen??? Angst vor Feedback? :)

21.4.09

Google Falle? Welche Auswege gibt es?

In einem aktuelen Exciting Commerce Posting werden die Marketing Verantwortlichen von Quelle zitiert mit "Google ist eine Retailer-Falle".

Dieser sehr nett klingende Slogan ist nicht falsch - aber wesentlich vielfälltiger in seiner Betrachtungsweise als hier dargestellt. Natürlich investieren die deutschen Retailer Millionen Beträge jeden Monat in Suchmaschinenmarketing. Aktuell auch wieder zunehmend in das Thema SEO.


Die dabei geschaffene Abhängigkeit des eigenen Geschäftsmodells ergibt sich dabei von selbst. Wenn wir das eCommerce Geschäft in die beiden Bereiche "bedarfsweckende und "bedarfsdeckende Werbung" unterscheiden, ist der erste Part ganz klar durch den Suchmaschinenriesen dominiert. Und das sicherlich zu Recht.

Die marktbeherrschende Stellung für alle suchrelevanten Vorgänge hat Google sich in den letzten Jahren verdient und ständig ausgebaut. Wenn - und danach sieht es immer noch nicht aus - es keine ernstzunehmende Konkurrenz gibt und die wenigen relevanten Mitbewerber keine gleichwertigen Werbemodelle bieten, sehe ich für diesen Bereich auch wenig Alternativen.

Diese liegen demnach in den "bedarfsweckenden Werbemodellen". Hier sind gehübschte Affliate-Konzepte wie Me-Shops (wie die QStores) ein erster Schtritt. Aber sie sind ohne Integrationskonzepte, nichts weiter als eine Alternative zu den bestehenden Plattformangeboten von Zanox und Co.

Mal ehrlich, jeder der sich mit dem Thema Affiliating näher beschäftigt weiß, dass die Potentiale der guten Publisher schon weit ausgeschöpft sind und wir in diesem Umfeld eher von Mini-Agenturen sprechen müssen, als vom klassischen Affiliate a la "Amazon Affiliate Story".

Das interessanteste Potential liegt meiner Meinung nach in den Umfeldern, in denen User noch aus Bereichen abgeholt werden können, die reichweitenstark sind und großes Wachstum haben. Dies sind vor allem Community Plattformen - entweder breit in der Aufstellung wie wer-kennt-wenn.de oder Facebook. Aber auch Spezialseiten sind spannend, da sie zwar kleine aber dafür sehr "interessierte" User zu einzelnen Themen bündeln.

Was in den Staaten schon sehr gut funktioniert, ist in Deutschland noch in den Anfängen. Meiner Meinung nach, sind die Integration von eCommerce Inhalten als bedarfsweckende Angebote der erfolgsversprechendste Ansatz. Ein Beispiel wären Mashups aus Inhalten zweier Partner. Der erste Partner stellt die User und den Informations-Content - der zweite die passenden Angebote in Bezug zu den Inhalten. Grundvorraussetzung hierfür ist ein hoher Automatisierungsgrad z.B. in Form von Webservices oder API Schnittstellen. Daran krankt es ja zur Zeit noch oft auf beiden Seiten.

Spannend wird es dann, wenn der eigentliche User die Möglichkeit bekommt, an diesen Modellen zu partizipieren. Hier sehe ich das Potential für den vielgelobten Affilate oder Publisher. Wenn Nutzer einer Plattform selbst bestimmen können, wie z.B. ihr Profil aussieht und die Besucher der Site die Angebote als "werbefrei" empfinden - dann wäre dies ein gelungender Ansatz.

Um das Beispiel bildhafter zu skizzieren:  Eine Userin stellt in ihrem Profil klar heraus, dass sie sich für Handtaschen interessiert. Sie bloggt eventuell auch zu diesem Topic - in der Community oder dezentral - dann müsste sie mit wenigen Klicks passenden Angebote integrieren können. Dabei will sie sich aber nicht bei einem Affiliate Programm anmelden, weil ihr das (a) zu viel Aufwand ist und (b) sie keine Erfahrungen mit der Thematik hat.

Der Anbieter muss ihre Plattform sein auf der sie schon aktiv ist und deren Anmeldeprozesse si durchlaufen hat. Als Monetarisierung muss nicht nur Geld ausschlagebend sein. Es können auch andere Möglichkeiten genutzt werden. Stichwort "Selbstdarstellung" oder "Sachvergütungen".

Wenn man diese neuen und alternativen Ansätze für Online Werbung betrachtet, darf man sich trotz aller Möglichkeiten die sich bieten - und die auch kommen werden - nichts vormachen. Google Traffic wird für jeden Retailer in absehbarer Zeit die bedeutsamste Größe seines Online- Marketing-Mixes bleiben. Falle hin oder her! Es gibt aber Ergänzungsangebote und damit die Möglichkeit seinen Mix breiter zu gestalten. Auch in abverkaufsorientierten Werbeumfeldern, die jeder Retailer sucht.